Kieron Gough hatte lange mit Gewichtsproblemen und seiner Gesundheit zu kämpfen. Jetzt hilft er anderen dabei, gesünder und zufriedener zu leben. Der Schreibwarenfan spricht mit uns über seine Kindheit im ländlichen Wales, warum er sein Unternehmen gegründet hat und weshalb er den weiten Weg in unsere Pariser Außenstelle gemacht hat, nur um das Leder zu fühlen.

Wo kommst du her und wo lebst du jetzt?
Ich lebe im Herzen des als „The Valleys“ bekannten Gebiets in Südwales. Dort ist es sehr bergig und wunderschön, aber die ganze Gegend hat in den 80ern stark unter den Schließungen der Kohleminen gelitten. Tausende Menschen verloren ihre Arbeit und die Region ist bis heute wirtschaftlich benachteiligt.
Die Community ist sehr klein und eng gestrickt – man achtet darauf, was die Nachbarn machen. Wenn auf der Straße irgendwas passiert, weiß es jeder. Ich liebe die Gegend, aber ich mag auch Städte und versuche, so oft wie möglich rauszukommen. Das Leben in der Stadt ist einfach dynamischer und lockerer. Ich liebe mein Zuhause, aber an einem bestimmten Punkt im Leben erkennt man, dass es da draußen mehr zu entdecken gibt als den eigenen Geburtsort. Die Welt ist riesengroß und voller Möglichkeiten.

Du führst jetzt dein Unternehmen Grow With Kieron und hilfst anderen dabei, Gewicht zu verlieren und glücklicher zu sein. Wie kam es dazu?
Ich habe fast mein ganzes Erwachsenenleben mit meinem Gewicht und dem Abnehmen gekämpft. Einer der tieferliegenden Gründe war meine sexuelle Orientierung, daraus mache ich gar keinen Hehl. Es war nicht einfach für mich, in so einem kleinen Dorf aufzuwachsen. Also therapierte ich mich selbst mit Essen und nahm zu.
Aber irgendwann wollte ich freier sein und mein authentisches Ich ausleben. Und mein Aussehen passte eben nicht dazu. Mir wurde klar, dass ich gesünder werden musste, und von da an war ich auf einem kleinen Gesundheitstrip. Ich trat dem größten Abnehmprogramm des Vereinigten Königreichs bei und nahm 63,5 kg ab. Am Ende arbeitete ich acht Jahre lang für das Unternehmen und baute Abnehmgruppen in meiner Region auf. Dann wurde ich Gebietsleiter und schließlich nationaler Trainer in der Hauptniederlassung.
Aber nach einer Weile fehlte mir irgendwie etwas. Die großen Abnehmprogramme fühlten sich einfach nur nach Gelddruckmaschinen an. Es ging nur um die Zahlen, nicht um die Menschen.

Parallel dazu nahm ich 2019 an einer britischen TV-Show mit dem Namen „This Morning“ teil, die ein Segment über Gewichtsverlust produzierte. Ich wurde nach Kreta geflogen, in der Therapie auf Herz und Nieren geprüft und habe jede Menge Sport und Aktivitäten gemacht.
Denn obwohl ich vorher schon 63,5 kg verloren hatte, waren die zu dem Zeitpunkt schon wieder drauf. Das ist das Ding mit dem Gewicht: Wenn du gerade aktiv daran arbeitest, bleiben die Pfunde weg. Aber wenn du nicht deinen ganzen Lebensstil, dein Verhalten und deine innere Einstellung nachhaltig änderst, können sie auch schnell wieder da sein.
Während der Dreharbeiten für diese TV-Show wurde mir vor dem Hintergrund meiner eigenen psychischen Herausforderungen klar, dass Menschen mehr brauchen als Selbsthilfeleitfäden und Ernährungspläne. Ich realisierte, dass der wirkliche Gamechanger andere Menschen sind: eine Community.
Und das war der Auslöser für Grow with Kieron. Ich wollte andere Leute unterstützen und ihnen dabei helfen, ihre Gewohnheiten zu ändern – durch Gruppentreffen. Denn ohne eine Gemeinschaft kann dir trotz des besten Rats, der besten Bücher und der besten Therapie alles ganz schnell wieder aus den Fingern gleiten.
Du bist den ganzen Weg bis nach Paris gereist, um dir dein erstes Notizbuch von uns zu kaufen. Warum?
Schon als Kind habe ich Schreibwaren geliebt. Das Gefühl von Papier zwischen meinen Fingern ist einfach etwas Besonderes für mich, deshalb habe ich schon immer schöne Notizblöcke gekauft. Ich sammle auch Stifte von Mont Blanc.
Vor ein paar Monaten stieß ich auf paper republic und dachte: Das brauche ich. Ich weiß nicht, warum. Vielleicht war es die Gemeinschaft aus so vielen Menschen, die die Produkte auf so unterschiedliche Weise nutzen. Und ich fand auch toll, dass man das Ledercover immer weiterbenutzen und mit neuen Notizbüchern und frischem Papier befüllen kann.
Aber obwohl mir das Aussehen total gut gefiel, wollte ich es nicht online kaufen. Denn für mich sind Haptik und Geruch sehr wichtig. Ich wollte das Leder erst mal anfassen.
Also suchte ich bei Google nach Vertriebspartnern und der nächste Einzelhandel war die Papeterie Perjac in Paris. Und als ich an einem Wochenende mit meinem Ehemann in London war, sagte ich: „Lust auf einen Abstecher nach Frankreich?“.
Wir besuchten den Laden und liebten es dort. Ich lege sehr viel Wert auf gutes Papier, weil ich Füllfederhalter nutze. Ausbluten und Ausfransen kann ich nicht leiden. Aber ich durfte mehrere Papiere ausprobieren und konnte auf allen wunderbar schreiben. Mein Plan war eigentlich, einen kleinen grand voyageur mitzunehmen, am Ende verließ ich den Laden aber mit einem Portfolio in A4!

Wie kommen deine Notizbücher in deinem Alltag und Berufsleben zum Einsatz?
Ich mag meine Notizbücher prall gefüllt, nicht schlank und ordentlich. Sie sollen voller Kram stecken. Ich habe auch noch ein kleineres Portfolio und das ist mittlerweile mein Liebling. Da landet einfach alles drin. Es ist meine kleine Schatzkammer. Ich schreibe jeden Tag auf, was Gutes und Schlechtes passiert ist, was nicht zustande gekommen ist und so weiter. Das wird dann in meinen beiden Notizbüchern abgespeichert. Und das liebe ich einfach. Die Notizbücher haben mir ein System gegeben, meine Gedanken und Gefühle zu schützen und mich an die schönen Dinge zu erinnern.
An den Notizbüchern von paper republic gefällt mir der Minimalismus. Man kann sie frei nach Belieben nutzen. So kann ich meine Gedanken einfach loswerden, ohne dass jemand das Wie vorgibt. Anfangs habe ich darin nur geschrieben, irgendwann kamen Fotos dazu. Ich vergesse gerne mal, was so passiert ist, aber Fotos helfen meiner Erinnerung auf die Sprünge.
Mir wurde schnell klar, dass ich ein weiteres Portfolio für mein Business brauchte, weil ich die Dinge gerne getrennt halte. Was haben wir also gemacht? Noch einen Tagesausflug nach Paris!
Anders als viele in der Community wollte ich nicht, dass mein Leder jemals altert! Ich kaufte mir die Ledercreme le baume und rieb meine Schätze jede Woche ein, damit sie immer perfekt bleiben.
Ich habe 28 Notizbücher als Sammlerstücke von Mont Blanc, allesamt ungenutzt. Keines davon hat mir jemals das Gefühl der Verbundenheit gegeben, das ich bei paper republic gefunden habe.

Was ist das Schönste daran, dein Unternehmen zu führen?
Ich bin total stolz auf das, was wir aufgebaut haben, denn ich kann sehen, wie sehr es Menschen hilft. Und wenn wir einer Person helfen, hat das einen Dominoeffekt, der sich durch die Gemeinschaft, Familie, den Freundeskreis und darüber hinaus zieht. So wird die Wirkung noch verstärkt.
Zum Beispiel höre ich in den Gruppen immer wieder so was wie: „Ich habe fast 13 kg verloren, aber mein Ehemann hat auch fast 7 kg abgenommen, obwohl er es gar nicht versucht hat!“
Das passiert andauernd, weil sich das Kochverhalten ändert. Die Menschen ändern ihre Gewohnheiten und so verbessern wir die Gesundheit ganzer Familien.
Wir haben es gerade auf 1000 Teilnehmende pro Monat geschafft, es scheint also einen wirklichen Bedarf zu geben für eine unterstützende Community wie unsere.

Was an paper public gibt dir dieses Verbundenheitsgefühl?
Die Qualität. Es ist eine sensorische Sache. Das Papier ist nicht rau, nicht wachsartig. Ich mag, dass es keine Wasserzeichen hat. Viele andere Marken drucken ihren Namen auf jeder Seite. Das brauche ich nicht, ich möchte leere Seiten haben. Immerhin ist es jetzt meine Seite, nicht mehr die des Herstellers.
Außerdem liebe ich die illustrierten book refills von The Dybdahl Co. – besonders die Fische. Sie bringen mich einfach zum Lachen. Ich öffne mein Notizbuch und schon fließen die Gedanken.
Das erste Portfolio war so schön und hochwertig, dass ich einfach mehr brauchte. Ich hatte einfach dieses Vertrauen und spürte die Authentizität der Produkte. Und es brachte mich eben in diese Community, von der ich nicht wusste, dass ich sie in meinem Leben brauchte.

Was ist dein Rat für Leute, die ihren Lebensstil ändern und gesünder werden wollen, aber nicht wissen, wo sie anfangen sollen?
Finde eine Community, in der du dich wohlfühlst und die dich unterstützen kann. Sei bereit, an dir zu arbeiten und im Laufe der Zeit alles sein zu lassen, was dir nicht dient.
Mach außerdem eine Liste und brich dein Vorhaben in kleine Schritte auf. Du musst zuerst festlegen, was du schaffen willst, egal, wie ehrgeizig dein Ziel dir vorkommt. Dann mach daraus kleinere, erreichbare Schritte, finde deine Gemeinschaft und hol dir die Unterstützung, die dich bis an dein Ziel bringen wird.
Mehr über Kierons Arbeit erfährst du unter GrowWithKieron.co.uk
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