Das New Yorker Künstlerpaar Easton und Kai erzählt uns von seiner einzigartigen Hochzeit. Die Zutaten? Eine Kunstgalerie, eine Drag Queen, eine Instant-Ramen-Bar und personalisierte Ledernotizbücher als Geschenk für alle, die diesen Tag so besonders machten.

Erzählt uns ein wenig über euch und eure kreative Arbeit.
Easton: Ich habe digitale Medien mit Schwerpunkt Videospiele studiert, daher habe ich beruflich viel mit Animation und 3D zu tun. Aber eigentlich ich bin schon seit dem Kindergarten Illustrator – das war schon immer meine Basis. Die meisten meiner Ideen entstehen auf Papier, bevor sie überhaupt in die Nähe eines Bildschirms kommen. Dieser erste analoge Entwurf ist für meinen kreativen Prozess unverzichtbar.
Kai: Ich habe Film und Fernsehen studiert, bin also in einem ähnlichen Bereich tätig: Visual Storytelling. Momentan arbeite ich zwar nicht professionell im Filmgeschäft, aber das Schreiben ist nach wie vor mein wichtigstes kreatives Ventil. Ich arbeite gerade an einem Drehbuch für einen Spielfilm und an einer kurzen TV-Serie. Ich arbeite oft parallel an mehreren Projekten, was gut zu meiner Persönlichkeit passt.
Wir beide sind unabhängig voneinander nach New York gekommen. Ich bin 2014 aus Kalifornien fürs Studium hergezogen, Easton 2015 aus Chicago. Wir haben uns online kennengelernt und danach herausgefunden, dass wir auf demselben College waren. Dadurch haben sich unsere Freundeskreise auf ganz natürliche Weise vermischt. Einen Großteil unserer Hochzeitsgäste kennen wir aus dieser Zeit.

Welche Rolle spielen Notizbücher in eurem kreativen Prozess?
Easton: Da ich sowohl mit digitalen als auch mit analogen Medien arbeite, beschäftige ich mich viel damit, was jedes davon so einzigartig macht. Papier hat eine Beständigkeit, die Bildschirme nicht bieten. Wenn du etwas zu Papier bringst, kannst du es nicht so leicht wieder rückgängig machen. Du legst dich auf eine Idee fest.
Digitale Werke hingegen lassen sich leicht ändern. Du kannst Elemente verschieben, Dinge rückgängig machen und sie so oft überarbeiten, wie du willst. Bei industriellen Prozessen hat das durchaus seine Berechtigung; da gehören Last-Minute-Änderungen einfach dazu. Aber für einen Künstler, der versucht, seinen eigenen Stil zu finden, ist das eher störend. Wenn man Dinge schnell ändern kann, fällt es einem schwerer, sich auf eine Richtung festzulegen. Mit Papier hat man dieses Problem nicht. Es ist der schnellste Weg, eine abstrakte Idee in etwas Greifbares zu verwandeln, ohne allzu viele Hindernisse.
Kai: Bei mir ist es etwas anders, da ich eher privat als beruflich schreibe. Ich habe also weder Zeitdruck noch Deadlines. Aber ich glaube, das macht die Tatsache, dass man mit Stift und Papier bewusster und achtsamer arbeitet, noch wertvoller. Es gibt keinen „Strg+Z“-Shortcut. Du kannst nicht einfach einen Satz löschen oder einen Absatz woanders hinziehen. Mit Stift und Papier arbeitet man langsamer, und das finde ich sehr hilfreich. Du lässt einen Gedanken erst ein wenig reifen, bevor du ihn zu Papier bringst. Ich glaube, das Ergebnis ist dann oft besser und muss nicht mehr so oft überarbeitet werden. Anstatt erstmal wild draufloszuschreiben und dann Stunden mit der Überarbeitung zu verbringen, hast du einen Teil der Arbeit schon erledigt, bevor der Stift überhaupt das Papier berührt.

Wie sieht euer Notizbuch-Setup aus?
Easton: Ich habe zwei Refills in meinem Notizbuch – eines für berufliche Projekte, das andere für private. Das erste nutze ich ständig: Ich halte darin Notizen zu Meetings, Aufgaben und den ein oder anderen Reminder fest. Alles, was ich Tag für Tag im Blick behalten muss.
Das zweite nutze ich, um zu tracken, wie konsequent ich an meinen privaten kreativen Projekten arbeite. Ich kontrolliere mich sozusagen selbst, indem ich zurückblicke und prüfe, ob ich tatsächlich meine Arbeit erledigt oder nur darüber nachgedacht habe.
Kai: Bei mir ist es ähnlich. Ich nutze mein Notizbuch, um den Plot einer Geschichte festzuhalten, Szenen zu skizzieren und Probleme mit einem Drehbuch zu lösen. Es hilft mir, das alles physisch auf dem Papier vor mir zu sehen – ich erkenne dann die Form, die die Geschichte annehmen möchte, ihren Schwerpunkt und andere Dinge, die ich auf einem Bildschirm übersehen hätte. Und abgesehen davon macht es einfach Spaß, auf Papier zu schreiben. Es hat etwas entschleunigendes und zwingt einen dazu, sorgfältiger nachdenken. Ich glaube, nach diesem Gefühl sehnen sich viele Menschen gerade.

Erzählt uns mehr von eurer Hochzeit – es klingt so, als sei sie alles andere als traditionell gewesen.
Kai: Wir hatten bereits 2023 standesamtlich geheiratet und uns dann Zeit für die Planung einer großen Party genommen. Und letzten August war es dann endlich soweit! Da wir bereits verheiratet waren, fiel ein großer Teil des Drucks weg. Wir hatten nicht das Gefühl, uns an bestimmte Erwartungen oder Traditionen halten zu müssen. Das gab uns die Freiheit, herauszufinden, was uns wirklich wichtig war.
Eine der ersten Fragen, die wir uns stellten, war, welche Rolle unsere Gäste bei der Hochzeit spielen sollten. Traditionell stehen ausgewählte Personen während der Trauung gemeinsam mit dem Brautpaar am Altar, dieses Konzept passte aber nicht zu uns. Trotzdem wollten wir unsere engsten Freundinnen, Freunde und Familienmitglieder auf besondere Weise in diesen wichtigen Tag einbinden. Also baten wir etwa zwölf von ihnen, ein originelles Kunstwerk zu einem von uns vorgegebenen Thema zu schaffen. Diese Werke präsentierten wir dann in einer Art Kunstausstellung.
Easton: Am Ende haben sich fast dreißig Personen an diesen Projekten beteiligt – manche davon entstanden in Teamarbeit – und das Ergebnis waren etwa zwölf Kunstwerke. Es gab ein Ölgemälde, Skulpturen und sogar ein Videospiel. Unsere Mütter vollzogen die Trauung. Eine Drag Queen trat auf, um den Übergang vom Cocktailempfang zur Party einzuläuten. Am Ende des Abends gab es dann Karaoke mit einer Instant-Ramen-Bar, um unsere Gäste bei Laune zu halten. Es war die größte Party, die wir je geschmissen haben.

Und wie genau sah euer Hochzeitsprogramm aus?
Easton: Das war ein Comic, der all die Dinge aufgriff, die wir an New York so lieben. Es gibt zum Beispiel einen Taco-Laden, den wir besonders toll finden. Also servierten wir Tacos. Außerdem besuchen wir gerne Kunstmuseen, also stellten wir Kunstwerke unserer Freundinnen und Freunde aus. Und so weiter.
Im Comic wurde ich als Quadrat und Kai als Dreieck dargestellt. Diese Idee basiert auf Tattoos, die wir uns beide ganz früh, noch bevor wir uns überhaupt kennengelernt hatten, haben stechen lassen. Vom Stil her sehen sie fast identisch aus. Das war reiner Zufall. Sie sind sozusagen unser Markenzeichen.
Kai: Statt eines traditionellen Gästebuchs gaben wir jeder Person eine Karte mit einem aufgedruckten Kreis, wodurch alle Teil derselben Formfamilie wurden. Wir baten sie, sich selbst darin zu zeichnen. Diese Zeichnungen sind nun eine schöne Erinnerung an alle, die dieen besonderen Tag mit uns verbracht haben.

Und wie sah das Setting aus?
Kai: Wir wohnen im Stadtteil Queens, direkt neben Manhattan. Die Hochzeit war an einem Freitagabend im August. Da die Feier größtenteils am Abend stattfand, konnten die Gäste davor noch einen wunderschönen Sommertag in New York genießen. Und als die Sonne dann unterging, hatten wir die unglaubliche New Yorker Skyline als Kulisse.

Woher kam die Idee, Notizbücher von paper republic zu verschenken?
Kai: Wir haben uns überlegt, wie wir uns bei den Gästen, die so viel zu diesem Tag beitragen würden, bedanken könnten. Wir wollten ihnen etwas ganz Besonderes schenken – schließlich waren das unsere engsten Freundinnen und Freunde. Ich hatte paper republic bereits auf Instagram entdeckt und immer wieder mit dem Gedanken gespielt, etwas zu bestellen. Wir steckten aber mitten in den Hochzeitsvorbereitungen, und ich sagte mir, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt sei, noch mehr zu kaufen. Doch dann kam die Frage nach dem Geschenk und ich dachte mir: Warum nicht ein Notizbuch von paper republic?
Wir entschieden uns für den grand voyageur und personalisierten ihn mit aufgeprägten Initialen und individuell ausgewählten Farben. Am Ende hatten wir ein wirklich persönliches, einzigartiges Geschenk, das sich absolut stimmig anfühlte. Es war etwas Kreatives und Greifbares, von dem man lange etwas hat. Ein handgemachtes Geschenk von einer Marke, die genauso viel Wert auf Kreativität, Handwerkskunst und Langlebigkeit legt wie wir selbst.
Easton: Am Abend vor unserer Hochzeit haben wir statt eines traditionellen Probeessens ein Dinner für alle zwölf Mitwirkenden veranstaltet und ihnen dort die Notizbücher als Dankeschön überreicht. Es war ein sehr schöner, intimer Moment.

Und habt ihr schon gesehen, wie eure Freundinnen und Freunde ihre Notizbücher verwenden?
Easton: Wir haben kürzlich eine Freundin in Chicago besucht – sie hatte an einem der Kunstwerke mitgewirkt – und ich habe ihr Notizbuch in ihrem Bücherregal stehen sehen. Es war einfach schön, es dort zu sehen, als Teil ihres Alltags. Genau das sollte dieses Geschenk ja auch werden.
Kai hat außerdem Lesezeichen aus den Bändern gebastelt, die bei der Hochzeitsdeko verwendet wurden. Jetzt lebt dieser besondere Tag in unseren Notizbüchern weiter, zusammen mit unseren aktuellen Projekten. Das Lesezeichen verknüpft unsere Hochzeit mit unserem aktuellen kreativen Alltag und bringt beides an einem Ort zusammen.
Easton und Kai sind ein Künstler- und Autorenpaar aus Queens, New York. Auf ihrer Website kannst du mehr über ihre Arbeit erfahren: easton self