Siena Edwards aus New York ist Künstlerin, Labelmanagerin bei einem Plattenlabel in Los Angeles und Baseball-Fan. Sie erzählt uns alles über ihre Vorgeschichte mit Notizbüchern und wie ihre Liebe zum Baseball in ihre Kunst fließt.

Erzähl uns ein bisschen was über deine Arbeit beim Plattenlabel in Los Angeles.

Ich arbeite seit etwa fünf Jahren bei einem kleinen, unabhängigen Plattenlabel außerhalb von L.A.: Danger Collective Records. Wir bringen vor allem Indie-Rock raus. Aber wir arbeiten auch mit Künstlerinnen und Künstlern, die sich an elektronischer Musik und experimentellem Pop versuchen.

Ich manage das Label von Tag zu Tag und nehme neue Talente unter Vertrag. Dazu gehört auch, dass ich zu vielen Liveshows gehe. Meinen Kalender von paper republic benutze ich intensiv, um die Shows zu planen, die ich mir anhören möchte. Außerdem muss ich mit neuen Talenten Meetings vereinbaren und nutze meinen Kalender und mein Notizbuch, um zu schauen, wie deren Projekte und Veröffentlichungen in unsere Termine passen und wie all die Logistik drumherum funktionieren könnte.

Du bist auch selbst Künstlerin. Welche Art Kunst schaffst du?

Größtenteils male ich mit Ölfarben oder Acryl, manchmal auch digital. Ich bereite mich seit einer Weile auf eine Ausstellung vor. Da werden neben neuem Material auch ein paar ältere Stücke von mir gezeigt, die ich für ein Buch angefertigt habe, das vor ein paar Jahren erschienen ist.

In letzter Zeit dreht sich meine Kunst aber vor allem um das Baseballteam der New York Mets, wo ich als Hostess arbeite. Ich helfe den Besucherinnen und Besuchern, ihre Plätze und auch sonst alles zu finden, was sie so brauchen. Der Job hat sich als überraschend interessant und angenehm erwiesen.

Ich mag den Aspekt der Bewegung beim Sport und wie ästhetisch es aussieht – fast wie ein Tanz. Und mir gefallen auch einige der visuellen Aspekte des Sports besonders gut, wie das diamantenförmige Spielfeld und die unterschiedlichen anderen Formen, aus denen es besteht. Ich bekam also irgendwann Lust, das alles visuell zu erkunden und Elemente des Baseballs in meine Kunst einfließen zu lassen.

Warst du schon immer Baseball-Fan? 

Ja. Mein Vater wuchs in Long Island auf und als er klein war, war sein Vater war Fan der Brooklyn Dodgers. Aber als die Dodgers New York verließen und die Mets ihren Platz einnahmen, wurden sie Mets-Fans. Es fühlt sich wie ein generationenübergreifendes Familieninteresse an – man wächst damit auf, im Fernsehen Baseball zu schauen und mit seinem Vater und den Geschwistern zu Spielen zu gehen. Sich einfach zu fühlen, als könnte man zu einer größeren Gemeinschaft gehören.

Als ich älter wurde, interessierte ich mich mehr und mehr für die nerdigen Aspekte des Sports. Also die Statistiken und all die schrägen Aberglauben. Es kommt ständig zu merkwürdigen Anomalien, Dingen, die zuvor nie vorgekommen sind. Ich liebe es, da richtig tief einzusteigen. Es fühlt sich oft ziemlich magisch an.

Wie nutzt du deine Notizbücher für deinen künstlerischen Prozess?

Ich habe unterschiedliche Notizbücher. Einmal meinen Kalender, den ich ständig und für alle meine alltäglichen Pläne benutze. Und dann habe ich noch ein anderes Notizbuch, in dem ich neue Kunstwerke brainstorme. Ich nehme es überallhin mit, um kleine Skizzen zu machen und mir Notizen über unterschiedliche Kleinigkeiten zu machen, die ich beobachte und später visuell erinnern möchte. Das Notizbuch ist für meine losen Gedanken, einzelne Skizzen und Kritzeleien. Was immer mir in den Kopf kommt.

Ich habe einen grand voyageur [xl] in Olivgrün, an dem ich ein Stück einer alten Halskette befestigt habe. Ich benutze außerdem den card & cash holder, um Fotos und andere kleine Andenken aufzubewahren.

Warum nutzt du Stift und Papier statt Laptop oder Handy?

Ich schreibe einfach generell gerne mit der Hand. Ich habe ein paar Dinge in meiner Notiz-App auf dem Handy, aber das sind eher kurze, beliebige Notizen und keine tiefgehenden Gedanken. Außerdem liebe ich einfach Schreibwaren. Ich gehe total gerne ins Geschäft und probiere all die unterschiedlichen Papiere, Stifte und Marker aus.

Mit der Hand zu schreiben und zu zeichnen, ist für mich einfach total erfüllend. Und ich mag es, durch ein Buch zu blättern und mir etwas anzuschauen, ohne dass mir dabei Technik in die Quere kommt.

Ich skizziere und produziere auch manchmal Kunst mit meinem Tablet, aber es ist nicht mein bevorzugtes Medium. Auf Papier kann ich mich besser auf die Kunst einlassen und Ablenkungen um mich herum ignorieren. Die taktile Erfahrung gefällt mir einfach sehr.

Wenn ich auf Reisen bin, nehme ich mein Notizbuch mit und fülle es mit kleinen Erinnerungsstücken: Fotos oder Eintrittskarten fürs Museum, solche Dinge. Manchmal mache ich Collagen aus all den Kleinigkeiten, die ich unterwegs mitgenommen habe.

Mein Notizbuch begleitet mich eigentlich so gut wie ununterbrochen durch den Tag. Wenn ich zum Arbeiten in ein Café gehe, habe ich es dabei. Oder wenn ich auf eine Exkursion gehe, um mich zum Beispiel in einem Museum oder botanischen Garten inspirieren zu lassen, nehme ich es mit.

Zu guter Letzt: Hast du schon viele andere Notizbücher ausprobiert? Warum hast du dich für paper republic entschieden?

Ich lege mittlerweile viel Wert darauf, was für Dinge ich im Alltag benutze. Über die Jahre habe ich viele Notizbuch-Marken ausprobiert und an paper republic gefällt mir vor allem, dass es so viele Optionen gibt: unterschiedlich schweres Papier, verschiedene Größen und Refills. Mir gefallen die kleineren Notizbücher.

Und ich liebe das nachfüllbare Konzept, es ist wirklich clever und spart einem Geld. Mir gefällt die Idee, mein Notizbuch für den Rest meines Lebens zu benutzen. Zu beobachten, wie es altert, wie sich mit der Zeit eine Patina bildet und sich die Farbe verändert.

Ich habe das Gefühl, einen echten Mehrwert zu bekommen, einen echten Begleiter für mein Leben. Den ich immer mitnehmen kann und immer parat habe, wenn die Inspiration zuschlägt. Ich hole es einfach aus der Tasche, anstatt panisch nach etwas zum Schreiben zu suchen. Es ist einfach da, bereit, wenn ich es bin.

Siena Edwards ist Multimedia-Künstlerin und Labelmanagerin aus New York City, wo sie momentan mit ihrem Partner und einer schwarzen Karte namens Anton lebt. Mehr über sie und ihre Arbeit findest du auf SienaEdwards.com oder Instagram: @sienagedwards oder @bysienag.

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